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Fürst Wenzel Enscb von Lobkowiz, Herzog zu Sagauin Schlesien, hatte bereits den Kaisern Ferdinand II, undIII, mit Ehren gedient und war im Jahre 1651 in denReichsfürsten-Rath mit Sitz und Stimme, und nachmalszur Würde eines Präsidenten des Obcr-Hofkriegsratheserhoben worden. Botschafter bei der römischen Königs-wahl Leopolds I. und endlich (1665) Präsident des Ge-heimenrathes oder Premierminister des Kaisers, übte erauf die nußern und inner» Angelegenheiten Österreichs unddes Reiches einen großen Einfluß, doch arbeitete auch zuverschiedenen Zeiten der Haß betriebsamer Parteien sehrwider ihn, und er ist auch diesem allein zuletzt als Opfergefallen.
»Lobkowiz's ganzer Charakter — schreibt der kräftigeMoser— hatte eine eigenthümliche Signatur; die schwer-sten Arbeiten seines Amtes verrichtete er gleichsam spielend,unter den ernstesten Geschäften verlor er nie den fröhlichenund muntern Geist; an witzigen Einfällen war er uner-schöpflich und ganz original; um an keinem derselben znersticken, mußte alles heraus, Person und Veranlassungdazu mochte seyn, wie sie wollte; und indem er durch die-sen die schwerfälligen Staatsgeschäfte erheiternden undbelebenden Humor sich seinem Monarchen, Kaiser Leopold,vor andern seiner steifen Kollegen beliebt und gefällig znmachen wußte, so war eS zugleich ein ganz sicheres Mit-tel, daß Jedermann vor seinem bösen Maule und seinerschneidenden Zunge sich fürchtete. In seinem Ministcrial-Leben war er uneigennützig, ohne Mcnschcufurcht undganz Patriot. K. Ludwig XIV. in Frankreich war damals
Moser (Patriot. Archiv, B. II- 211 — 250); den ander»Aufsatz im Morgenblatt 1817, Nro. 24 — 25, konntenwir nicht zu Gesicht erhalten.