K. Leopolds Benedikt Orcustierna einzuwirken, aberstets mit fruchtlosem Erfolg. Der Gesandte hatte im Ok-tober 1674 eine Denkschrift eingereicht, welche eine histo-rische Übersicht aller frühern Operationen seines Kabinet-tes und seines Vorgängers Puffendorfs, so wie auch derSchritte mehrerer Höfe zum Behuf der Fortsetzung desKölner Kongresses, und somit vor allem, zur Wegräu-mung des Haupthindernisses, d. h. zur Bereinigung desFürstcnbcrg'schcn Handels, mittelst Freigebung des Prin-zen, enthielt. Nochmals wurde das Ehr-und Rechtsgefühldes Kaisers zu Hülfe gerufen, und derselbe aufgefordert,persönliche und besondere Gründe vor allgemeinen undhöhern verstummen zu lassen. Nichts desto weniger ließOrenstierna schon in dieser Zuschrift die Absicht seinesHofes blicken, die fernere Haft Wilhelms für kein un-überstcigliches und absolutes Hinderniß des Friedens fer-nerhin betrachten zu wollen. (°)
Das Wiener Kabinet gab darauf freundliche Znsiche-rungen im Allgemeinen und äußerte besonders über denletzten Punkt große Zufriedenheit. Man hielt sich ver-sichert, daß zu Stockholm gewiß eine bessere Ansicht vondieser Sache, in Folge gründlicherer Aufschlüsse, die in-zwischen geworden, nun herrschen, und die Überzeugungnun vorhanden seyn werde, wie sehr der Prinz von Für-stenberg sein Schicksal verdient habe.
Dies war jedoch nicht ganz die Meinung des schwedi-schen Gesandten, und er trat daher in neue Unterhand-lungen und persönliche Konferenzen mit den kaiserlichenMinistern, nämlich Montecuculi, Königsegg undHocher. Erklärungen und Gegenerklärungen über Für-stcnbcrg wurden beiderseits mit vielem Eifer gegeben. Man
(') Ueiiwiiale U. <1. Oceabr. st>. Breuer VIll. i