Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
155
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Meinungen über den zu ergreifenden Entschluß sehr getheilt;endlich neigten die meisten Stimmen sich einem Bündnißmit der Republik zu, nachdem alle Vor- und Nachtheileder französischen Freund- und Feindschaft von verschiede-nen Seiten genau erwogen worden. Man kam daher übcr-ein, heimlich mit den Generalstaaten Unterhandlungen an-zuknüpfen, offen aber sich zu rüsten, als wie zu bewaffneterNeutralität, und inzwischen auch den Kaiser, Schwedenund andere Machte, so wie die Stände des Reichs auf-zufordern, daß sie zur Erhaltung des allgemeinen Frie-dens kräftigst mitwirken möchten.

Tie Absichten Friedrich Wilhelms blieben dem Kabinettevon Versailles nicht lange verborgen, und dieses führtebald eine von der bisherigen sehr verschiedene Sprache.Louvois beschwerte sich über den drohenden Ton, welchenBlaspicl zu Köln wider Marimilian Heinrich sich erlaubt,und erklärte an Krakow rund heraus : daß, was Kölnthue, wirklich mit Willen und Übereinstimmung des Kö-nigs geschehe, und daß man ungesäumt noch mehr Trup-pen in jene Gegenden senden werde, um den Bundesge-nossen bestens zu unterstützen. Niemand werde denselben un-gcrächt hinfüro beleidigen. Der König kenne die Verhält-nisse des Churfürsten zu den Holländern wohl; er werde aufMittel sinnen, vor ihren Wirkungen sich zu schützen. Kra-kow, nach erhaltenen Weisungen aus Berlin, rechtfertigtedas Benehmen seines Herrn, und betheuerte in dessen Na-men, daß brandenburgischer Seits man niemals die Ab-sicht gehegt, Köln im Geringsten zu beleidigen oder durchDrohungen einzuschüchtern. Was zu ihm gesprochen wor-den, habe der Wunsch der Erhaltung des Friedens, dieBcrufspflicht als teutscher Reichsfürst und die Rücksichtauf nachbarliche Freundschaft hinlänglich motivirt. Matthabe demselben sogar Beistand gegen jede Art Angriff an-