Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
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hcn könne, also dürft auch hier, wo es um viel wichtigeressich handle, ein solch strenges Verfahren nicht leicht zumBoraus aufgestellt werden. Noch gebe es eine Menge an-derer Artikel in der Wahlurkunde, welche auf Rechte derStände und politische Lebensfragen Bezug hatten; wollteman für Verletzung jeder derselben eine ähnliche Straftfestsetzen, so stehe nur desto größere Verwirrung zu befürch-ten. Doch verhieß der Churfürst, die Meinung der Übri-gen nicht unberücksichtigt zu lassen.

Als Fürstenberg und seine Partei auch hierin ihre Be-mühungen gescheitert sahen, begnügten sie sich -wenigstensdamit, die Postulate des Königs von Frankreich in denVordergrund, als durchaus zu erledigende Punkte, hinzu-stellen; die Hülfstruppen an Spanien bildeten, wie immer,den vorzüglichsten derselben. Allein, obgleich mehrere Ehnr-fürsten mit Köln fest darauf bestanden, so weigerten sichdennoch die österreichischen Gesandten, Schwarzenberglind Portia, beharrlich der Annahme. Man ersah darinblos einen Kunstgriff des vcrsailftr Hofes und seiner An-hänger, die beiden Linien Habsburg unter sich zu verun-einigen und ihre Macht beiderseits zu schwächen. Sic brach-ten übrigens ihre Gegengründe mit großer Geschmeidigkeitan, und ließen, der Eitelkeit der Fürsten schmeichelnd,doch wenigstens einige Hoffnung, daß die französischenPostulate erledigt würden. Köln, Mainz und Pfalz bestan-den aber hartnäckig darauf, und die meisten andern stimm-ten endlich bei. Man erhob Mainz außergewöhnlich, daßes so männliche Rathschlägc gegeben, welche zur Erhaltungder Ruhe des Vaterlandes beitrügen, Brandenburg aberward nicht undeutlich als Verräther an der Sache desProtestantismus und als selbstsüchtiger, blindergebcncrVasall Österreichs hingestellt, für dessen Freundschaft esdie heiligsten Interessen leichtsinnig hinopftre.