Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
93
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So edel diese Selbstverleugnung des baierischen Kabi-nettes und Landes in dieser Sache, betrachtet von einemmoralischen Gesichtspunkte, erscheinen konnte, so war siedoch mit den sonstigen ewigen Reaktionen des boischenEbrgeizes wider Österreich nicht zusammen zu reimen.Wollte man die Gelegenheit, mchrhundertjährige Wün-sche zu befriedigen, Wünsche, für die man auf Kosten derGesammtnation so schwere Opfer gefordert, damals nichtbenutzen, als sie so einladend und ohne Gefahr des Bür-gerkrieges sich darbot, so hätte man auch nachmals indiesem Gefühl der Resignation verharren und nicht, we-gen des Kitzels einer eitcln Herrschsucht ohne Kraft undGeist, wie unter Karl Albert wider M. Theresia geschah,die teutschen Gauen mit Blut färben sollen. Das ganzeUnglück Teutschlands drehte sich unter Saliern und Ho-henstaufern um den Haß der baierischen Weifen wider treff-lichere und nationalere teutsche Fürstenhäuser; im 16.Jabrhundcrt verhinderten die baierischen Fürsten entwederden Sieg der Reformation oder doch die Läuterung desKatholizismus; ihre Begierde nach Vergrößerung triebsie, die Bruderdynastie Pfalz zu berauben — für einStück Landes mehr die Flamme des Bürgerkrieges durchganz Teutschland anzuzünden. Zu Ende des 17. und zuAnfang des 18. Jahrhunderts wurden sie bereitwilligeAnhänger und Werkzeuge der französischen Politik. Neuere

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