Zweites Kapitel.
Ursprung der Verhältnisse und Verbindungen derGebrüder von Fürsteuberg mit dem französischenHof. Die Lage und die Parteien Teutschlands.— Vorfragen, Präliminarien und erste Kämpfebei Anlaß der neuen Kaiser wähl.
A)ie Art und Weise, wie ihr erstes Verhältniß zum fran-zösischen Hofe sich gestaltet, ist nicht ganz klar und auchder Zeitpunkt nicht mit Bestimmtheit anzugeben. Wohlaber war ihr Einfluß in Köln und von Köln aus auf eu-ropäische Angelegenheiten schon einige Zeit vor FerdinandsIII. Tode fühlbar.
In den Sachen des Reiches herrschte, wie in den Rcchts-grundsätzen selbst über die Schranken der Kaiser- und Für-stenmacht große Verwirrung. Der Plan, die Freiheit derKaiserwahl wieder zu erobern und dem lästigen Überge-wicht des Hauses Habsburg Teutschland zu entziehen, da-bei zugleich die Hoheit der Fürsten, zumal der Wähler,auszudehnen, war Licblings-Jdce des Tages. Schwedenund Frankreich, durch den westphälischcn Frieden zu al-lerlei Einmischung in die innern Angelegenheiten des Rei-ches berechtigt, machten, wo es thunlich war, diesen Ein-fluß geltend. Holland und Cromwcll waren die Stützendes frcigestnntcrn Theiles und des Protestantismus; Spa-nien stützte Österreich in absolutistischen Unternehmungen.