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2 (1830)
Entstehung
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sche. Die Soldaten verübten auch hier sehr grobe Ausschwei-fungen , worüber die Geschichtschreiber des Landes mitRecht klagen. Der Administrator, Herzog Julius, rafftewahrend des 28., 29. und 30. Brachmonds so viel an Trup-pen zusammen, als die Zeit es erlaubte. In allem betrugdie Starke derselben 16,000 Mann, Fußvolk sowohl, alsReiterei, darunter befanden sich jedoch viele Landleute,welche kaum mit den Waffen umzugchen wußten. Mit die-ser Streitmacht lagerte sich der Fürst vor Tübingen. Mitt-lerweile hatte jedoch Egon bereits das Stadtchen Münsingengenommen, die darin gefundenen Kriegsrotten unter seinHeer gesteckt, die Hauptleute verhaftet und die Bürgerund Bauern, welche Wehren trugen, entwaffnet und nachHause geschickt. Ebenso ging der Rauschen-Steig über undReuttlingen öffnete die Thore. Egon, in dessen Gefolgesich der Fürst von Anhalt, der Graf von Sulz, der Ob'ristAltringer und viele angesehene Edle und Feldhauptleutebefanden, brach also ungehindert nach Tübingen auf undrüstete sich, beinahe 20,000 Mann stark, zu einem ent-scheidenden Schlage.

Der Administrator wartete diesen nicht ab, sondern,betäubt durch die raschen Fortschritte der Kaiscrischen undder nahen Ankunft erwarteter Hülfe ungewiß, beschloß mitEgon in Unterhandlungen zu treten. Derselbe stellte alöBedingungen eines Vergleiches auf: Lossage vom leipzi-ger Bund, Niedcrlegung der Waffen, Einnabmc Kaiserli-cher Besatzung, Entwaffnung des Landvolkes und Abdan-kung des geworbenen Kricgsvolks. Zwei Bevollmächtigtedes Kaisers, die Grafen von Sulz und von Wolfstcin,sollten letztere vornehmen; den Abgedankten müsse frei ge-lassen werden, in des Kaisers Dienste zu treten oder nicht.Eben so müsse man sich «im übrigen allem accomodiren, sowollte man sich auch nach Gelegenheit erklären.«