Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
348
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den guten Willen der Bürger und ihren unverbrüchlichenGehorsam nach der Besitznahme gerühmt und Fürbitte fürsie eingelegt, so schenkte der Kaiser ihnen überdies noch dieHälfte der auferlegten Kricgsstcucr. Dieser Umstand liefertden Beweis, daß übermäßige Strenge und Habgier we-nigstens nicht in der Persönlichkeit unseres Kriegers lagen,wie sehr dies auch mehrere Geschichtschrcibcr uns glaubenmachen wollen.

Das Loos der Mcmminger ward auch noch darin ge-mildert, daß Ferdinand dem General überließ, nach Gnt-sinden die eingelegten zwei Kompagnien, ganz oder zumLaheit, wieder herauszuziehen und den Bürgern nicht nurdie Stadtschlüssel wieder zuzustellen, sondern auch die Be-schwerden des Kriegs bestmöglichst abzunehmen.

Daß Kempten strenger behandelt worden, mißbilligtder Monarch keineswegs; doch meint er, man könne derStadt die Schlüssel zurückstellen. Wenigstens dürfte dadurchdie Kaiserliche Gclindigkcit ihnen zu erkennen gegeben wer-den; die Bürger aber hatten ihrerseits eine Urkunde dafürauszustellen, daß sie diese Schlüssel »mit fürsichtiger Treuein Verwahr halten wollten, damit weder Kaiser, nochReich die geringste Ungelcgenheit daraus erwüchse.»

Da seit Magdeburgs Eroberung für die Stifter, einGegenstand von höchstem Gewicht in Ferdinands Augen,weniger Gefahr mehr vorhanden war, so bestätigte letzte-rer die dem Fcldherrn schon früher gegebene Ordre, hin-sichtlich des italienischen Kriegsvolkcs. Der Kaiser erörtertenun auch die »vorhabende lmpress Egons gegen den UlmerBezirk,« empfahl aber die größte Besonnenheit und Vor-sicht dabei. (')

Nicht ohne Grund. Als das letztere Schreiben Ferdinands

(') Schreiben Ferdin. II. ll. ä. 27. Zuni. Ouestenberz ist hierinmit unterzeichnet.