Frankreich in Verbindung zu treten begonnen. (') DieseVerhältnisse erklären die dringliche Sprache in jenen Briefen.
Zu Anfang des Juni setzte Graf Egon, in Folge ge-troffener Abreden mit dem Kaiser und Tilly, sich in Be-wegung, um den leipziger Bund auszulosen, zn wel-chem eine Anzahl protestantischer Stände, im Einvcrständnißmit Gustav Adolf, sich vereinigt hatten. Während der Ge-neralissimus der ligistisch-Kaiscrlichen Armee im Norden da-gegen wirkte, suchten Fürstcnberg und Ossa im Süden dieWiderspenstigen zu ihrer Pflicht gegen das Neichshauptzurückzubringen. Straßburg, Ulm, Memmingcn, Kemptenund andere Reichsstädte, und unter den FürstenthümernWürtcmberg und Hessen spielten unter den Mitgliedern je-nes Bundes die Hauptrolle. Da über die Zuchtlosigkeit undAusschweifungen Kaiserlicher Truppen, zumal aber desaus Italien über Lindau gekommenen Volkes allerwärtsKlage und Geschrei ertönten, so sah sich Graf Egon gc-nvthigt, eine strenge Feldorder in dieser Beziehung zu er-lassen, welche wir zur Charakteristik unseres Helden hierim Zusammenhange geben. Sie war vom Hauptquartierzu Ravensburg aus datirt.
»Wir Egon, Grafen zu Fürstcnberg, Heiligenbcrgund Werdcnberg, Landgraf in der Bahr, Herr zu Hausenim Kinzingcr Thal, und auf Weitra Ritter, röm. Kais.Maj. Rath, Kämmerer, bestellter Obnster und General-Feldwachtmcister zu Roß und Fuß, auch Kurf. Durch-lauchtigkcit in Baiern geheimer Rath, und des hochlob-lichen schwäbischen Kreises General-Lieutenant rc. fügenhiemit, männiglich zu wissen, daß uns von viel unter-schiedlichen Orten bcschwcrungsweis fürkommen, wie dasnoch über allen andern Ihrer Kais. Maj. zu unterthänig-
(') Zschokke, Bäurische Gesch. V. P,