Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
330
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Der Kenner der Geschichte des dreißigjährigen Kriegeserinnert sich bald, welchen Werth K. Ferdinand auf dieBefreiung der Stifter aus protestantischen Händen gelegt,und welche Umstände zunächst die Belagerung (Nöttingensdurch Tilly veranlaßt. Hildesheim spielte eine zweideutigeRotte, und während es den Kaiserlichen Truppen öffent-lich Lebensmittel reichte, war es insgeheim den Feindenzugcthan. Diese Stadt beschäftigte daher sehr den Tillysowobl, als Fürstenbcrg, im Sommer des Jahres 1626.Maricnburg und Steyerwalde, welche in der Nähe lagen,sollten, damit die Angelegenheiten im Hannöver'schcn sichbetrieben, um jeden Preis schnell besetzt werden.

Tilly entwarf einen Plan, und beschloß, während erdie Belagerung (Nöttingens fortsetzen würde, jener beidenOrte durch Egon sich zu versichern. Er beorderte demnachdiesen mit dem größern Theil der Reiterei und 2006 MannFußvolk dahin.

Am 24. Julius setzte sich der Graf in Bewegung. Kaumwar er fünf Stunden von Göttingen entfernt, und hattedie Richtung von Steyerwalde eingeschlagen, als von demvor Marienburg liegenden Lieutenant ihm gemeldet ward:die Besatzung des Kurfürsten von Köln in ersterem Ort,ohne hinlängliche Munition und ohne alles grobe Ge-schütz, habe sich und den Platz ohne Schwertstreich demFeinde übergeben, verführt durch trügerische Vorspiege-lungen des Anführers, welcher alsbald in Dienst derEvangelischen trat. Derselben Absicht gehe nun dahin,Marieuburg auf ahnliche Weise in ihre Gewalt zu be-kommen.

Egon beschleunigte nach diesen Mittheilungen seinenMarsch, und schickte von Alveld aus, wo einige Rastgemacht worden, die Obristen Erwidt und Defour mitzwei Regimentern Reiterei voraus, um Kundschaft ein-