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Erbe der Herrschast Weitra, an derGrenzc von Böh-men und Nieder^Österreich.
Die Gräfin Maria hatte gegen Friedrich so große Zärt-lichkeit gehegt und war von seiner einnehmenden Persön-lichkeit so sehr gefesselt, daß sie noch zu ihren> Lebzeiten,in einem Überstrom tranlichen Gefühles, alle ihre Juwe-len und Schätze auf Tischen vor sich aufHaufen ließ, undin feuriger Umarmung den geliebten Gatten zum Eigen-thümer all dieser Dinge erklärte. Ebenso übergab sie ihman diesem Tage die Scheukurkunde über Weitra und ließalsbald die Huldigung vor sich gehen. Es war, als hättesie eine Ahnung des nahen Todes ergriffen und als wolltesie dem Freunde ihres Herzens all dasjenige von irdischenGütern noch zuwenden, was für entrissenes Seelenglücknur ein schwacher Ersatz, aber für den Sterbenden einsüßer Trost durch die Empfindung ist, daß nichts ver-säumt worden, was das Daseyn des Zurückgelassenenversüßen kann. Die edle Frau betrieb mit einer Art inne-rer Angst den Akt der feierlichen Einsetzung Friedrichs injene Herrschaft; aber die Parze zerschnitt zwei Tage vor-her ihren Lebensfaden. (I Der Graf, obgleich die Huldi-gung in der veranstalteten Weise dennoch erfolgt, erlebtedie Unannehmlichkeit, mit der Familie Arco in schwereRechtsstreite über den Besitz von Weitra zu gerathen. DieHabsucht der Verwandten ehrte das Vermächtniß der Ge-storbenen nicht, sondern erschöpfte sich in gemeinen Rän-ken, bis nach drei Jahren die Gerichte und des KaisersGunst für Fürstenberg entschieden. Solche Prozesse findensich in der Geschichte edler Häuser während drei Jahrhun-derten in steigendem Verhältniß; sie sind eine Schmachder Nation und eine Tortur für jeden Geschichtschreibcr.
(') ?. Sept. 1607. Merk i. a. Msc.