Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
293
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den vörderst wohl gewollt. Datum Wie», den S. MärzAnno 1611.

»Mathias.»

Graf Friedrich zn Fürstcnberg an KönigMathias.

«Gnädigster König nnd Herr! Die Punkte der böhmi-schen Konfidenz zu Prag, so Ew. Maj. stark begehren,Ew. Maj. aber sich gern besser fnndircn wollten, betref-fend, Hab' ich hiemit absonderlich gehorsamst beantwortenwollen. Und halte ich gehorsam dafür, daß Ew. Maj.vernünftig nicht allein in diesem thun, sondern auchin dem,daß Ew. Maj. Dero Fcldmarschalckh mit der Armee vorannach Prag geschickt, damit den Böhmen in der Roth dasgnädigst prastirt, was sie so flehentlich gesucht; jetzundsollen sie nun Ew. Maj. auch ihrerseits den Weg bereiten.

«Wie es nun jelzund zu Prag auf Ankunft Ew. Maj.Volk steht, was sich verlauft, das muß man erst erwar-ten; wie aber die Stande untereinander beschaffen, indemsie gesammt die Krone und Privilegien an ihrem Orte er-hebt, nach Prag geführt, daselbst solche im Schloß, wieauch zugleich I. Maj. den Kaiser als ihren König verwachtund verwahret, die Stände aber neben den Landosfizicrcnsich so bloß geben, daß sie weichen müssen und damit daspassanischcn Volk das Schloß in seine Gewalt gebracht, wiealle Kundschaften bishero solches geben; item daß vieleStände Ew. Maj. Partei in der alten Stadt, so dasKommando führen, hingegen der Adel und andere aufdem Lande in den Kreisen gleichsam nichts sich rühren,auch der Kaiser noch mit ihnen kommandirt und inhibirt:aus dem allen kann ich mich zwar nicht richten und mußman sehen, was diejenigen (so Ew. Maj. Partei sind) fürDependcnz «nd Anhang haben werden. Welches aber Ew-