Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

— L73 —

in den Fakten, aber in den Hebeln, Beweggründen,Mitteln und Einzelnhciten. Die handelnden Charakteretreten in ihrem inncrn Leben aus solch' vertraulichen Mit-teilungen treuer gezeichnet hervor, als aus Staatsschrif-tcn, Manifesten und Urkunden. Wir beschränken uns alsodarauf, diesen Briefwechsel durch den historischen Fadenund wenige Bemerkungen von Zeit zu Zeit aneinander zureihen und die Lücken dazwischen zu erganzen.

Als König Mathias sich entschlossen, dasjenige fortanauszuführen, wozu Ehrgeiz, Politik und Notwendigkeitihn gleich sehr hintriebcn, theilte er seine Gesinnungenseinem Vertrauten, Friedrich von Fürstcnberg, durch nach-stehendes Schreiben aus Wien, in den ersten Tagen desJänners, mit. ()

„Lieber Graf! Aus hiebeigelegten Abschriften, was ichschriftlich sowohl an die Kaiserliche Majestät, als des vonBraunschweigs L. gelangen lassen, werdet Ihr verneh-men , sonsten auch zweifelsohne verstanden haben, wieübel und ungleich unter dem Schein der Transaktion,mit mir und meinen Landen gehandelt worden, daranmein teutsches Gemüth, Vertrauen und Glauben, auchdaß ich mit meinen Ländern dermalen einst könnte zuRuhe seyn : bcinebcns aber I. Kaiserl. Maj. und so vieleransehnlicher Kur-, Erzherzogen und Fürsten, wie letztlich allefriedliebende und des Hauses Österreichs Getreue gewin-nen könnte, daß ich mich in dieser Transaktion eingelassen,und also billig getrauet, daran schuldig.

»Und ist wohl nie erhört worden, daß zwischen Kaiser-und brüderlichem Geblüt, bei so hochbetheuerten, ver-bürgten, auch von so ansehnlichen Kur-, Erzherzogen undFürsten befestigten Worten etwas solches, aller Vernunft

(') Schreiben K. Mathia» vom 3. Zänner ISll.II.

Ist

' 1>U! >

U

«W

13