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zweien Herren auch dienen könnten. Nit weiß ich,wie man es angreifen muß; besorg', unsere Sachen seyennoch nil dazu accomvdirt. Wenn ich nur weiß, durch wenich aus Prag die Schreiben sicher bestellen soll, so willich Ihnen mehr Avisa geben, als ganz Wien. Denn ichscharmützle ein Weil zur Linken, dann zur Neckten , durchBöhmen und Osterreich, auch wohl besser binaus. Ver-hoffe, I. F. D. gute Satisfaction zu geben, und derselbennichts zu verhalten. Mir will Niemand die Correspondenzaus Wien halten, wie es Zeit und Occasion erfordert. Manwill das Hirn und Feder nit in Übung nehmenund laufen lassen; das muß fürwahr bei diesenZeiten scyn, oder aber man bleibt stecken. Wannwir schlafen, so wachen in- und ausländischeNationen. Wir wollen uns selber verhindern. Damitbeschließ' ich für diesmalen. Hatte ich mit meinem altenHerrn Maximilian zu thnn, da wollten wir bald und glück-lich durchkommen. Und damit Lck.sta!« (')
Der Graf war in der That mit Hirn und Feder allseitsbeschäftigt für die Interessen des Königs und des mit ihmeinverstandenen Hauses. Wenn die ergebenen Großen auchnicht so leicht Rath zu schaffen wußten, so thaten diesdesto mehr intrigante und einflußreiche Frauen, mit denener fortwahrend Verbindung unterhielt. Seine eigene Schwä-gerin, die Gemahlin des Oberkanzlers, befand sich in dieserZahl. Letzterer war durch die böhmischen Stände außeror-dentlich in's Gedränge gekommen. Der Graf bearbeiteteza seinen Gunsten ein anderes, einflußreiches Mitglied der-selben, welches er nicht genau bezeichnet, welches er jedochfür seinen Nachbar erklärt. Die Stande wurden dadurch
(') Verschiedene Hieroglyphen und Abkürzungen konnten wir nichtentziffern. Schreiben ü. ä. Weitr.i, 12. September 1609.