übergeben, Hab' ich zn recht empfangen, und daraus soviel befunden, daß Ihr wohl recht zum Zweck geschossen.Daß es aber »it allemal hasten und zum Werk gerichtetwerden will, ist der gerechten Straf Gottes zuzumessen,der es also über uuS verhängt, daß wir die Gefahr sehenund greifen und i ns doch daraus zu wirken nit vermögen.
»Ihr stellet große Hoffnung in meine Person; hergegenkann ich nit finden, daß etwas in meiner Möglichkeitstehet, zumal weil man mir in keiner Sachen was für-laust, das allerwenigist nit communicirt; wollte dcrhalbenvon Euch oder Andern gerne vernehmen, was doch das-jeuig sey, darinnen ich, und welcher Gestalt, was helffenkönnte, daher Ihr so große Hoffnungen von mir gewartet.
»Die katholische Religion hat ja dieses Jahr einen har-ten Stoß, aber wie sich's leider ansehen laßt, stehet nochdas Schwerste bevor, und vermeinen unsere Widersacherjetzt die erwünschte Zeit und Occasion, (nicht nur) ihrJntent mit der Religion durchzudringen, und die Katho-lischen ganz zu unterdrücken, sondern auch unser loblichHrus, nach ihrem Neid, gar aus dem Sattel zu heben,erlebt zu haben. Ist uns nun von Gott das Ziel also ge-steckt, so hilft kein menschlichs Widerstreben; ist's dannaber auch seiner Barmherzigkeit gefällig, seine heilige Re-ligio» und unser Haus länger zu erhalten, so ist seineAllmacht noch unverkürzt, dem wir's alles anHeim stellenmüssen, jedoch so viel an uns ist, aus Klcinmüthigkcitdie Hand' nit sinken lassen und zur Ruin selbst Anlaßgeben.« ()
Einige Wochen nach diesem Schreiben, worin Bitterkeitdes Herzens sowohl über die Ränke des Kardinals Klesel,als über die Umtriebe der Stände niedergelegt ist, richtete
(°) Schreiben vom 11. August. (F. H.-A.)