Felde zu ziehen und den Dienst ihm zu leisten. Er bezeigtein dem deshalb erlassenen Schreiben das größte Vertrauenauf ihn. () In dem gleichen Jahre noch lud er ihn znsich nach Wien ein, um Angelegenheiten von höchsterWichtigkeit zu besprechen. Er bedürfe — schrieb Mathias —durchaus seiner eigenen Person. Friedrich traf wirklichin jener Stadt ein, und allerlei Dinge, welche bald da-rauf die Welt überrascht, mögen in jenen Tagen verab-redet worden seyn. Der Graf empfing geheime Aufträgevon sehr zarter Natur und den Schlüssel zu einem Brief-wechsel , welcher mit der größten Vorsicht geführt unddurch vertraute Mittelspersonen jedesmal besorgt wor-den ist.
Friedrichs redliche Absicht ging, wie viele Briefe bezeu-gen, auf Versöhnung der erbitterten Gemüther. Dazumachte er seinen Einfluß geltend, so oft und so gut cr'sim Stande war. Er blieb in besonders lebhafter Verbin-dung mit Erzherzog Maximilian von Tyrol, welcher ge-rade diese Rolle zwischen Mathias und seinen Ständen,und sodann wiederum zwischen dem Erstern und dem Kai-ser zu spielen bemüht war. Maximilian hatte seit längererZeit dem Grafen persönliche Freundschaft erwiesen, beider Heirath Jakob Ludwigs, seines Sohnes, mit demFräulein von Schwenkst, besondere Theilnahme gezeigt, (°)und Friedrich sowohl, als seinen Altern Sohn Wilhelm,dem Könige von Spanien im glänzendsten Licht geschil-dert, zumal hinsichtlich ihrer zahlreichen Verdienste umdas Haus Habsburg. (') Im gegenwärtigen kritischenAugenblick mochte daher das gute Einverständniß der Bei-
(') v. N. Wien. 20. März. E. H.-A. Nro. 457.)(°) Schreiben im F. H.-A. v. 18. Mai 1609.
Schreibe», <1. ä- Praz, 30. Zum 1610. (F. H.-A.)