Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
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Verbrüderung aller österreichischen Prinzen hiefür, wiefür Behauptung der Haus-Ehre und Haus-Rechte gegenSchmälcrungen von oben und unten war bereits vor sichgegangen und Mathias an die Spitze derselben gesetzt wor-den. Wider Willen einiger der Theilnehmer kam das Ge-hcimniß gerade in demselben Augenblicke heraus, als derKaiser mit neuen heftigen Klagen gegen des Brudes Be-nehmen öffentlich vor den Ständen aufgetreten war. DerErzherzog fuhr jedoch fort, aus der Uncntschlossenhcit Ru-dolfs den größtmöglichen Nutzen zu ziehen und, währendjener zum Vergleich nicht abhold sich zeigte, in wehrbarenStand sich zu setzen.

Nach der bekannten Huldigung zu Wien im April 1608und nach dem Beitritt der Mährer zum preßburger Bünd-niß, brach Mathias von der österreichischen Hauptstadt aufund lud die böhmischen Stände zu einer Zusammenkunftnach Czaßlau (auf den 4. Mai) ein. Zu Znaym fand ervon Seite der Mährischen einen prachtvollen Em-pfang. In einer Denkschrift, an Kurfürsten, Fürsten undStände des Reiches gerichtet, legte Mathias Rechenschastvon seinem Zuge ab und zugleich eine Kopie des von denPrinzen des Hauses geschlossenen Vertrages bei, zu gro-ßem Ärger der Übrigen, welche das Unternehmen bil-ligten, ohne zu demselben sich doch bekennen zu wollen.Zu Czaßlau entdeckte Mathias seine Absichten deutlicher;er fand die Gemüther denselben günstig. Der Zug setztebis Kollin sich fort, welches von Prag nur sechs Stundenentfernt ist. Der Kaiser, erschrocken, rief nun den Land-tag des Königreichs zusammen. Sogleich erhoben die Pro-testanten wichtige Federungen auf demselben sowohl fürpolitische, als kirchliche Zugeständnisse. Die Roth zwangRudolf zur Annahme. Hierauf beruhigten sich die Ständenud verhießen kräftigen Beistand.