Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
252
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Achtes Kapitel.Fortsetzung dcsVorigeu.

Die Ernennung des Erzherzogs Ferdinand zum Prinzi-palkommissair bei dem Reichstage, statt des Mathias, wiedieser zuversichtlich erwartet hatte, enthüllte zuerst rechtden Unfrieden im Innern der Habsburgischcn Famsiie. Dieniederländischen Angelegenheiten, mit welchen Mathias, wi-der Wissen und Willen des Kaisers, sich eingelassen, dieArt seiner Verwaltung in Ungarn und Böhmen, die Wahlder Räthe dabei und der Umgebungen, der Einfluß schönerund intriganter Frauen, endlich die Resultate des vonMathias geführten Türken- und Ungarn-Krieges, die gün-stigen Gesinnungen für alle Feinde oder Schmäler des kai-serlichen Ansehens und die unbefugte Einmischung selbst inReichstags-Geschäften, die ihn nicht im mindesten berührt,waren die Hauptbeschwerdepunkte, (') welche Rudolf wi-der den Erzherzog erhob.

Allein Mathias hatte die Stände Ungarns und Öster-reichs für sich und rathschlagte mit denselben von Zeit zuZeit, gegen des Kaisers Willen, zu Aufrechthaltung dervon ihm geschlossenen Vertrage. Der große Schritt einer

(') Vergleiche Schmidt, Schneller, Hormayr und Schslsdarüber.