Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
249
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Sterndeuteleien Rettung erwartete? Was vermochte Tychode Brahc's Genie da zu thun, wo Lazarus Schwendi'sTapferkeit ihr gehöriges Gebiet nicht gefunden? GrafFriedrich diente dem ErzHaus im Allgemeinen; derEinzelne konnte ihm gleich viel gelten. Überdies hatte Ru-dolf mehrfach die feierlich beschworenen Traktate verletztund den Bürgerkrieg dadurch in das Land gerufen. Es galtsomit die allgemeine Rettung, wie die Rettung der Dy-nastie selbst. Diese bittere Wahl zwang die trcucsten Die-ner, dem besonnener» Theile stch anzuschließen, um nickt sichund das Allgemeine zugleich zu verderben. Als die Mehr-zahl der Glieder dieses Hauses selbst gegen den Schwach-ling entschieden und die Unterthanen damit sich einverstan-den erklarten, mochte er leicht über die Rolle sich beruhi-gen, zu welcher eine Reihe von Umstanden ihn hintrieben.Wir sehen ihn auch überall als Mann von Ehre und Cha-rakter und mit Gesinnungen von Friedensliebe und Duld-samkeit auftreten, welche damals den meisten FürstlichenRathen aller Parteien gefehlt.

Als das ErzHaus seinen großen Kampf mit den politisch-kirchlichen Ideen der Neuzeit im Anfange des 17. Jahr-hunderts begann, oder vielmehr den durch die Regierungenvon Maximilian II. und zum Theil von Rudolf II. unter-brochenen wieder fortsetzte, bestand es aus folgenden Glie-dern: dem Kaiser Rudolf, als Oberhaupt; den Erzher-zogen Mathias (bald in Ungarn und Böhmen König),Maximilian von Tyrol und Alb recht, dem GemahlKlara Jsabeka's, mit derselben Beherrscher der spanischenNiederlande durch die Cession seines Schwiegervaters Phi-lipp , Gebrüdern; ferner dem Erzherzoge Ferdinandvon Steyermark, Sohn Karls, jüngsten Sohnes von Kö-nig Ferdinand I. und der bairischen Maria, Schwesterdes glaubenseiftigen Herzogs Wilhelm, dem Erzherzog