Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
248
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malige Zeltlage genauer betrachtet und das in die Wagewirft, was lvir schon früher an einem andern Orte zn er-kennen gegeben, so scheu wir den Mathias selbst, mit sei-ner Politik und Handlungsweise durch höberc Nothwen-digkeit getrieben, und wie einen, der im Sturme das vonuntüchtigen Steuerleuten gchandhabte Nuder ergreift, umdas Schiff vor völligem Untergang zu retten. Daß Ru-dolfs Planlosigkeit und Thorheit die Erbländcr (und diesevielleicht mehr, als das Reich) au den Abgrund des Ver-derbens gebracht, ist nicht zu läugnen. In Mathias selbstgeben sich ans mehr als einer Urkunde jenes ZeitraumesGefühle kund, welche des Namens Habsburg und des al-ten Ruhmes der Nation würdig waren und den Untertha-ucn der Erbländer Sicherheit und Ruhe verbürgt habenwürden, wenn nicht feindselige Elemente mancherlei Artsich mit eingemischt hätten.

Der Graf von Fürstenberg, von welchem wirklich dieRede ist, daß er der neuaufgehenden Sonne sich zugewen-det und von ihren Strahlen mehr, als ein anderer, erwärmtwurde, mag auf den ersten Anblick daher minder dankbargegen d'c vielen Auszeichnungen erscheinen, welche vonSeite K. Rudolfs ihm zu Theil geworden sind. Alleindie veränderte Stimmung in ihm war nicht die seinigeallein, sie war die der Nation im Allgemeinen. WelchenGewinn und welche Ehre mochte es überdies bringen, seinSchicksal an dasjenige eines Fürsten zu knüpfen, welcheralles andere besser verstand, als zu regieren, und dessenRathschläge oder Maßregeln entweder mit den Bedürfnis-sen der Zeit, oder mit den Gefühlen der Volker in völli-gem Widerspruche standen? Wie war dem zu helfen, wel-cher sich selbst gar nicht zu rathen wußte, und welcher,statt von den Köpfen besonnener Staatsmänner und vondem Arme tapferer Feldherren, aus Traumbüchern und