zwei Jahre spater, ein zweites Geschäft von Wichtigkeit,wozu Verstand und Geduld gleich sehr nothwendig wa-ren, nämlich die Stelle eines Kaiserlichen Bevollmächtigtenbei der Reichskammergerichts-Vifitation zu Speyer. (')
Welche Lorbeeren Friedrich dabei gcärndtet, ist nichtaufgezeichnet. Sie mögen dünne genug gewesen scyn;denn alle Männer von Geist und Kraft erlahmten in demherkulischen Werke, oder zogen bei Zeiten sich zurück, umin dem täglich schwellenden Aktenmeer nicht unterzugehen,und bei der juristischen National-Satyrc nicht mit zuprangen. Dafür ward ihm gleich das Jahr darauf einnicht minder unerquicklicher Austrag, den hartnackigenZehntstreit zwischen dem Fürstlichen Stifte Audlau undden Freiherren dieses Namens zu schlichten. Es scheint,daß die Parteien seinen Vorschlägen endlich ein Ohr ge-liehen. Ein vierter Austrag des Kaisers bevollmächtigteihn im Jahre 1690, von der Ritterschaft im untern Elsaßzum zweitenmal Unterstützung in Geld oder Kriegsvolk,zum BeHufe der Fortsetzung des Turkenkriegeö, zu er-heben (°)
Es scheint, des Kaisers geschichtliche Beredsamkeit unddes Grafen patriotische Vorstellungen hätten das erstemaleben nicht die reichlichsten Früchte hervorgerufen. Es warein Glück für die Christenheit, daß zufällige Umständewehr für ihre Erhaltung sorgten, als diese selbst, sonsthätte der Türke rnhig seinen Marsch ins Innere vonTeutschland fortsetzen und seine Pferde, der alten Volks-sage gemäß, im Rheine getränkt, ehe des heiligen römi-
(') Reskript K. Rud. II- , cl. cl. 20. Jänner 1593, E. H.-A.
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(°) Reskript K. Rud. II-, 6. 6. Prag, 10. April 1S00, (F, H.-A.
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