den dringlichsten Vcrmahnungeu, noch immer nur vonWenigen eingeliefert worden. Inzwischen wachst die Rothmit jedem Tage, und man steht in Gefahr, falls bei Be-ginn des nächsten Frühjahrs nicht aller Ernst aufgebotenwird, nicht nur die bisher als Vormauer dienenden Kö-nigreiche und Länder zu verlieren, sondern auch »deruralten löblichen, tcutschcn Nation berühmten Namen,Ehre und Freiheit, und Leib und Gut« unvermeidlich demlintergang Preis zu geben.
Der Kaiser, aus treuer Sorgfalt für das geliebte Vater-land teutscher Nation, hatte mit den sechs Kurfürsten undden übrigen Fürsten über solche Lage der Dinge sich be-rathen und an einzelne Kreise nnd Stände noch besondereAuffodernngen erlassen, um zu Beiträgen für den ver-fassungsmäßigen Widerstand und zu Ausgleichung so man-cher Unebenheiten bei denselben sie zu vermögen, wie auchzu Darreichung von Hülfsmitteln für Abwendung einerGefahr, welche allen zugleich drohe ; allein obgleich einneuer Reichstag sehr ersprießlich sehn würde, und durchdie Verschiedenheit so vieler eingesandten Berichte undAntworten noch nöthiger geworden scy, so dränge dochdie Zeit allzu sehr, um weitaussehenden und sich hinaus-zögernden Berathungcn noch lange Raum zu verstatten.Er, Rudolf, halte demnach einzelne Kreis- und Rittertagefür zweckmäßiger, und, indem man die Verhandlungendes letzten Rittertages zum Grund lege, könne daraufnn't allen Einzelnen schneller das Erfoderliche verabredetund das vorgesteckte Ziel erreicht werden. Auf den imuntern Elsaß setze er, der Kaiser, vorzügliches Vertrauen,und thcile hiemit dem Grafen die Grundsätze mit, nachdenen die öffentliche Meinung für die fraglichen Vorschlägegewonnen werden könne. Gerne würde man Ritterschaftund Adel mit solche Hülflcistungen verschonen; den Schaden