man nur die unserm Geschlechte zugefügten Wohlthakenund nicht die wider dasselbe verübten Verbrechen auf-zeichnet.
Der Graf hegte zur jungfräulichen Gottesmutter dieinnigste Andacht. Ihr zu Ehren gründete er eine Kapellezunächst der Pfarrkirche. Umstände nöthigtcn später, die-selbe wieder abzubrechen; dafür prangte an ihrer Statt,ein reich verzierter Marien-Altar, in Verbindung mit einerRosenkranz-Bruderschaft. Die ursprüngliche Idee,welche dem nunmehr so verschrieenen Rosenkranz zumGrunde siegt, gehört zu den schönsten Allegorien in derGeschichte der katholischen Liturgie, bis Unverstand undAberglauben zum leeren Werkzeug der Lippen und derFinger sie herabgewürdigt. Au das Bild der reinen Jung-frau, die in ihrem Herzen das Göttliche getragen und von^der das Göttliche ans Erden immer wieder neu kömmt;an das Bild der schönen Weiblichkeit, welche in Gottcs-fricden, Sclbstverläugnuttg, Innigkeit und Treue, inallen Wechseln des Lebens, die Leidenschaften desselben zndämpfen oder doch zn veredeln bestimmt ist, knüpfet sicheine lange Kette von Erinnerungen an die freudvollen,schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse des Glaubensund die Schicksale des Stifters unserer Religion; undder Endknoten derselben verschlingt sich in Glaube, Hoff-nung und Liebe, ohne welche drei es keine Wahrheit,Klarheit, noch Freiheit giebt. Leider hat man in spätererZeit, als Parteigeist und Egoismus die alte Kindlichkeitverdrängt und mit dem Heiligen Schacher getrieben, jenegeistige Blumenkette zn einer eisernen Fessel verwandelt,um den Geist der wahren Andacht darein zu schlagen unddie Vernunft meuchlerisch zu erdrosseln. Alle Formen sindnur, was der Geist ans ihnen macht — die Formen phi-losophischer Lehrgebäude, eben so gut, wie die des Glau-