Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
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welche 152 Brillanten faßte, einen Gürtel mit 37 ähnli-chen, nebst vielem andern Edclgesteiu, Gold, Perlen, Rin-gen, Armbändern, Kleidern, Tüchern n. s. w. Nicht min-der die Hälfte alles vorhandenen Silbergeschirrs nnd derbeweglichen Habe. Als Widerlage nnd Entschädigung fürdas mitgebrachte Hcirathsgut verschrieb Vratiölans ihr über-dies die Herrschaft Kornhaus, deren wir so eben erwähnt,nebst allen dazu gehörigen Dörfern nnd Nutzungen. Be-trächtliche Vermächtnisse für andere Personen folgten. VomÜbrigen blieb Albrecht, der Sohn, Haupterbe, jedoch unterdem Vorbehalt, daß das Kind, welches Lavinia zur Zeitseiner Krankheit unter dem Herzen trug, falls es ein Knabe,zu gleichen Thcilen mit dem Sohne aus erster Ehe, in seinesämmtlichen Herrschaften und Güter eintreten, und fallses ein Mädchen, auf dem Radschiu zu Prag ein Hciraths-gut erhalten sollte. Seine beträchtliche Bibliothek, — hierinwohl nicht ganz weise — seine Gewehr- und Gemälde-sammlung bestimmte er zu Bezahlung der in Osterreich ge-machten Schulden. (3

Zwei Tage, nachdem er diese Verfügung getroffen, ver-schied er zu Wien (am 10. Julius) an den Folgen der sogenannten ungar'schen.Krankbcit in den Armen seiner tief-gebeugten Lavinia. Ihr Schmerz war grenzenlos und ihrZustand höchst beklagenswerth, da die kaum wenige Jahremit ihm Vermählte im fremden Lande nun allein sich sahund für die Frucht ihres Leibes vielfach besorgt werdenkonnte.

Dennoch fand auch Lavinia sich wieder, nachdem derSchmerz sein Recht erhalten hatte, und die wohlthätigeZeit goß des Balsams soviel auf ihre Wunde, daß sie mitdem Grafen Otto Friedrich von Harrach zu einer zweiten

(') v. il. Wien, 7. und 8. Juli 1631. (Nro. 739.)