Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
212
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Am diese Zeit hatte Vratislav jedoch bereits eine der-jenigen Würden erhalten, nach welchen alle Leidenschaftenund oft Verbrechen des Ebrgeizcs der Großen in der öster-reichischen Monarchie einst angestrebt, nämlich die einesPräsidenten des Reichshofrathcs. Diese warf aufdie Familie Fürstcnberg nicht geringen Glanz und dienteauch, so wie Vatislavs ganzes verdienstvolles Leben, an-dern jünger» Sprossen zur mächtigen Empfehlung.

Das letzte wichtige Geschäft, worin der Graf seinenEifer für das Interesse des Kaisers und seine vielfacheEinsicht kund gab, bildeten im Jahre 163l die Unterhand-lungen mit dem französischen Gesandten über streitige Punktedes regensburger Traktats, besonders insofern sie die An-sprüche des Herzogs Carlo von Savoyen auf mantuanischeErbtheile, in seinem und der Jnfantinnen Blanka und Mar-garita Namen, und endlich die neue Anhäufung KaiserlichenKricgsvolks im Gebiete von Mantua (s) und die Gefähr-dung des kaum gestifteten Friedens in Italien, betrafen.

Das französische Kabinct federte dringend die Räumungund bat den Kaiser, seinem Feldherr» Gallas, welcher denOberbefehl in jenen Gegenden hatte, die nöthigcn Befehlehtefür zu ertheilen. Ferdinand übertrug die Berathung die-ser wichtigen Angelegenheit, hinter welcher er eine neue

F. H.-A. Nro. 725b> Khevenhüller an mehrern Orten.Solche Dinge sind zwar der Geschichte gleichgültig, doch bilde-ten sie schon damals in der Diplomatie Evenemeuts, Sine min-der glänzend ausstaffirte Staatseqnixage, ein Diner, wo dieTrüffeln nicht frisch, die Saucen verpfuscht waren, konnten denHerrn, den man vorstellte, um seinen politischen Kredit brin-ge» und die beste Unterhandlung verderben,l') Dasselbe, über welches sein trefflicher Vetter Egon den Be-fehlstab erhielt.