Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
211
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— Sil —

tismus eines einzigen einflößt. Jene Periode hatte alleallen Teutschcn Nationalgefühle ausgetilgt. Die Österrei-chischen Feldherren, welche mit Spanischen Praktiken undItalienischen Prinzipien die Gauen des Reiches verwüstetenund die alten Satzungen umstießen, waren oft nicht vielschuldvoller, als die protestantischen Fürsten und Edlen,welche mit Schwedischen Schwertern und FranzösischenGoldsummen ein brudormördcrisches System verfolgten undin der Art und Weise so grausam, unchristlich und uuteutsch,selbst in Freundes Land, es durchführten, daß selbst derFremdling, Gustav Adolph, im tiefen Ingrimm einer groß-artigen Seele, sich ihrer schämte und mitten auf Deut-schem Boden und unter Deutschen Feldhauptleuten die Ver-achtung seines Herzens gegen das immer mehr zunehmendeAnteutschthum zu erkennen gab.

In den Jahren 1624, 1625 und 1626 sehen wir denGrafen ganz besonders für den Kriegsdienst des Kaisersthätig, wahrend sein Vetter Egon auf gleichem WegeRuhm zu gewinnen nicht minder sich bemühte. Doch wardie Theiluahme Vratislav's ganz anderer Art und beschränktesich mehr auf Werbung und Leitung der von Zeit zu Zeitnothwendigen Zuzüge, so wie auf Anschaffung der ver-schiedeneu Bedürfnisse für die Kaiserlichen Truppen. Es ge-schah dies meist in Gemeinschaft mit dem Herrn von Strah?lcndorf, welcher gleich ihm Geheimrath des Kaisers undVicekanzler war. (') Bei den meisten Hoffesten und großenFeierlichkeiten befand sich der Graf mit unter den Großen,welche den Kaiser und dessen Familie begleiteten. Zu denKrönungszeremonien zu Prag, im Jahrr 1627 rüstete ersich mit besonderer Sorgfalt aus. (')

(') Schreiten K. Ferdinand N. <!. Larenbnrz, 23. Mai 1624; 13.

Juli. 2l Juli und 26. Juli 1626. (F. H.-A.)l') Cr ließ sich z. B. StaalSrosse e.rlra von Nürnberg herkommen.