Praktik Frankreichs wider das ErzHaus befürchtete, einemAusschuß seiner Staatsräthe. Graf Vratislaus und derHerr von Strahlendorf, der Freiherr von der Reck undder vi-. Hillebrand waren die hiczn ernannten Mitglieder.Das Gutachten ricth die größte Vorsicht an, indem dasMeiste, was der französische Gesandte, Herr Brulart duLyon, Übermacht, -'gefährlich und auf Schrauben gestelltsey, daß er bei Erzählung der vorgeschriebenen Konditio-nen unterschiedliche Alterationcs begehrt und theils der-selben ausgelassen, theils dazu gesetzt, so darzu im Frie-densschlüsse nicht begriffen.«
Der Kaiser, an den der sehr wcitschichtige Rapport über-geben wurde, billigte ganz die Ansichten Vratislav's undseiner Miträthe. Man zog die Sache, so viel möglich,in die Lange, besonders nachdem auch der sehr gewandteUnterhändler, der Abt von Kremsmünster bei Hof einge-troffen. ff) Den Ausgang zu beschreiben, liegt außerhalbunseres Zwecks. Wir kehren nunmehr, da die politischeLaufbahn des Grafen beschrieben ist und noch in dem näm-lichen Jahre sein Tod erfolgte, zu seinem Privatleben undseinen herrschaftlich-urkundlichen Verrichtungen zurück.
Der Graf hatte im Jahre 1628 das Unglück, auch seinezweite Gemahlin Livia zu verlieren, kurz darauf, nach-dem sie zu Brüssel ihren Letztwillcn niedergesetzt ff) undihren geliebten Herrn und Ehcwirth freundlich darin nochbedacht hatte. Dieser fühlte jedoch das Bcdürfniß häusli-chen Umganges so mächtig, daß er gleich im folgenden
ff) Vgl. hierüber Kbcvenhüller, 1°. X. zu Ende. Wir verscho-nen den Leser mit den ausführlichen Relationibus derer depn-tirten K. K. Räthe.ff) r>. n. 27. Zänner 1S2S; in spanischer Sprache. (F. H. Nro.723.)