Gleiches Vertrauen bewies auch der Kaiser, noch imHerbste desselben Jahres. Mathias bevollmächtigte ihn zurAnwerbung von fünf Fahnlein Hochteutscher Kriegsknechte,welche sofort unter seinem Befehl stehen und zur Däm-pfung des Anfstandes in Böhmen verwendet werden soll-ten. Diese Angelegenheiten brachten ihn mit dem Hofeund den kaiserlichen Brüdern in mannigfache Berührungund eifrigen Briefwechsel. (I Er hatte besonders den Auf-trag, Krems und Stein wohl zu versorgen. Auch wurdenwirklich in diese Orte von Vratislav drei Fähnlein alsBesatzung eingelegt. Die Hauptmasse alles verfügbarenKricgsvolkes in dieser Gegend ward unter den BefehlHeinrich Duvals, Grafen von Dampierre gestellt. G)Uber diese Dampicrr'sche Heeresabtheilung selbst unterhielter lebhaften Briefverkchr mit dem Hofkriegsrathe. (')
Bald hierauf starb Mathias, dessen späteres Lebenkaum der Anstrengungen des frühern Werth gewesen schien,und Ferdinand von Grätz, bereits von Ungarn undBöhmen König genannt, bestieg den Kaiscrthron. Derselbesetzte die Gunst des Vorgängers gegen Vratislaus fort,und bei den tief eingreifenden Reformen, die er bezweckte,fehlte es gar nicht lange an Stoff zur Wirksamkeit. Nochvor der eigentlichen Krönung hatte Vratislaus die un-
Bestallung ist in deutscher Sprache abgefaßt und eine Kopievom Bürgermeister und Rath der Stadt Rottweil beglaubigt.
(') Patent ä. ä. Wien 1. September 1618. t,F. H.-A. Nro.709.)
t') Schreiben aus Znaim und andern Städten, verschiedenenDalums, alle vom Jahre 1613 — 1621. Sodann Schreibendes Kaisers Mathias cl. ä. 30. November und des ErzherzogsMar. vom II. Juni 1613. (F. H.-A.)
, l^) Schreiben 3. Z. 13. Oktober.
tch Schreiben im F. H.-A. bis zum 24. März 161S.