Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
203
Einzelbild herunterladen
 

— 203 —

gleich glänzende Lobreden auf seine Gemüths-nnd Gcistcs-gaben, und auf seine Verdienste als Kriegsmann und Di-plomat.

Aus diesen erfahren wir denn auch, da in den urkund-lichen Nachrichten über mehrere Jahre Lücken sich zeigen,daß der Graf um diese Zeit bereits 14 Jahre im Felo ge-dient und mehrere Gesandtschaften nach England und Spa-nien besorgt hatte.

Die Hauptabsicht des Grafen bei seiner Bewerbung umjene Obristenstelle ging dahin, eine Gelegenheit zu stnden,um im bevorstehenden Kriege in Siebenbürgen sich Ruhmwider die Ungläubigen zu erwerben. Der Katholik undder Soldat hatten also gleich viel Theil daran. Den de-sondern Antheil Vratislav's an den Begebenheiten in Sie-benbürgen ausznmitteln, ist uns nicht geglückt. Wir fin-den ihn erst im Jahre 1618, und zwar auf einem andernSchauplatz wieder.

Er hatte der Krone Spanien, wie dem Erzhans bei sei-nen früher» Unterhandlungen fo wesentliche Dienste ge-leistet, daß der König, Don Felipe lll., ihn auf einerneuen Reise, welche er in Geschäften des Kaisers (nachden Niederlanden vermnthlich) in gedachtem Jahr uurer-nahm, zum Ritter des goldenen Vließes schlug, undzugleich zum Kriegsrath in den Niederlanden ernannte.Auch seines militairischen Ruhmes ward in der Bestal-lung gedacht und namentlich sein vor Ostendc bewiesenerMath hervorgehoben. Der König vertraute ihm nun über-dies noch eine Hecresabtheilnng von 10 Fähnlein an, da-von jedes aus 3000 Mann bestand. Die hiefür ausgewor-fene Besoldung betrug 1000 spanische Dukaten, welchezugleich lebenslänglich ihm zugesichert wurde. (')

l') Urk. ä. ä. Madrid 20. März. (F. K.-A. Nro. 708.) Die Orig.