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Graf Friedrich, sein Vetter, die bestallten Vormünder,leiteten zugleich seine Erziehung. Die Folge bewies, wietrefflich und sorgfältig diese gewesen war. Als der Knabezum Jüngling erwachsen, fühlte er für den Kriegsdienstdie meiste Neigung. Au Gelegenheit gebrach es damalsnicht, und besonders waren die Niederlande ein reichesSaatfeld für kämpf- und rnhmgierige Geister. Dort setztesich der Kampf der Freiheit wider spanische Herrschaftmit immer gesteigerter Heftigkeit fort, und Thaten, ewigerBetrachtung Werth, drängten sich auf einander in reißen-der Schnelle. Für die, welche keinen unmittelbaren Berufhatten, für politisch-religiöse Grundsätze ihren Degen zuverpfänden, war das PannierDon Ambrosto Spinola's beiweitem das lockendste. Vratislaus, nach dem Beispiel fastaller Glieder seiner Familie, dem Katholizismus undHabsburg unbedingt ergeben , trat ebenfalls darunter undseine Tapferkeit leuchtete bald bei vielen Anlässen hervor.Während der größte Kriegsmeister des 17. Jahrhunderts,Moritz von Oranien, Sluys nach hartnäckigem Wider-stände nahm, neigte sich Ostcndc seinem Falle zu. DieseStadt hatte vor vielen andern ein Beispiel von Hcldcn-muth und Aufopferung gegeben, wie man kaum bei Sa-gunt und Numantia einst gefunden. Drei Jahre lang wäh-retc die Belagerung, und erst, als der Gebrauch desHafens, nach unsäglichem Mühe- und Kostenaufwand,der Besatzung jeden fcrncrn Widerstand unmöglich ge-macht, und von einem aufgeführten Damme herab dieStadt auf eine Weise beschossen wurde, welche den Be-lagerten gänzlichen Untergang drohte, unterhandelten dieGeneralstaaten einen Vergleich zu ihrer Übergabe. JederMonat hatte den Spaniern 109,000 Gulden gekostet. Vonspanischer Seite waren, nach des Erzherzogs Albert ei-gener Angabe, über 50,000 Menschen im Ganzen, von