Eie erhoben noch eine nachträgliche Foderung, für In-teressen und Schadenersatz, welche nicht weniger, als47,393 Schock betrug. Man' verwies sie hiemit an dieBrüder nnd Oheime. Die Grasin suchte die neue Ansprache,zu ihrem und ihrer Töchter Vortheil, auf die HerrschaftKoruhaus durchzusetzen. Aber die Gegner, zumal durchmächtige Freunde und Gönner geschützt, vereitelten ihreBemühungen während der ganzen Dauer ihres Lebens.Sie hinterließ also die Ansprüche ihren Erben.
Albertinens mit Vriamont erzeugten Töchter; über-trugen ihr Recht auf die Herren Ellinger und Hocbfurtamit schlechtem Erfolg. Die gräfliche Familie blieb in ihrenWeigerungen hartnäckig. Dies bestimmte den Erstern derGenannten zur Nachgiebigkeit; er trat (1728) alle An-sprüche ab, und erhielt dafür zu Weitra eine Anstellung;Hochfurta, durch dies Beispiel ermuntert, ließ ebenfalls,auf Abschlag, mit einzelnen Summen sich absinden. Daer jedoch durch solches Benehmen sich des Rechts im Gan-zen begeben hatte, so trat Fürstenberg später völlig zurück.Die noch im Jahre 1741 erhobenen Federungen wurdenkeines Bescheides mehr gewürdigt.
Dies der Haupt-Inhalt eines jener endlosen Rechts-streite , wie sie eine mangelhafte Staatsverfassung undGesetzgebung in Teutschland zu Huuderttausenden gebo-ren; traurige Urkunden eines geschwächten Nationalgei-stcs, und laute Ankläger eines fremdartigen, dem tentschenVolke durch List und Gewalt aufgedrungenen und einge-schwärztcn Rechtes; eine immerwährend wieder abgekochtellgua wll'snk, für Familienglück nnd Familienfrieden. Mages wie ein Paradorum klingen; aber wir sprechen unsereinnigste Überzeugung aus, wenn wir behaupten, daß dieProzesse des Reichskammcrgerichts zu Speicr und Wetzlarder Nation, in politisch-moralischer Hinsicht, mehr ge-ll. 13