Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
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Ihre letzten Jahre verstrichen nicht ganz im Frieden,und das Schicksal pflanzte auf die Pfade, wb so viel Ro-sen ihr aufgesprossen, bereits nun mehr als einen Dorn,ja von den schlimmsten aller Dorne für eine edlere Na-tur, — Familienprozesse.

Noch bei Lebzeiten ihres ersten Gemahles hatten siesich eingestellt. Die Mutter, Elisabeth von Bernstein,hatte in ihrem Letztwillen ihrer Lieblingstochter SV,009Schock Mcißisch vermacht und auf die Herrschaft Litschnasie versichert. Alsbald nach ihrem Tode (1633) nahm Jllo,im Namen seiner Gattin, letztgenanntes Gut in Besitzund empfing die Huldigung. Hierüber kam es, nach zehnMonaten, mit Vratislans von Fürstenberg, dem Schwa-ger , zu heftigen Erörterungen. Derselbe vertrieb ihnaus seinem Besitz. Es entspann sich ein äußerst feindseligerRechtsstreit. Von beiden Tbeilen gab es weitläuftige Fe-derungen und Gegenfoderungen. Das mütterliche Testa-ment bildete den Hauptstein des Anstoßes. Dieses, in böh-mischer Sprache abgefaßt, war bei den Akten zwar nie-dergelegt worden, aber die Brüder der Grafin fandenmehrere gesetzliche Förmlichkeiten, welche mit der Gültig-keit jedes Letztwillens unzertrennlich verbunden zu scynpflegen, versäumt, und sich selbst um ihre Legitima ver-kürzt. Die Klage der Lieblosigkeit (inollloiosi) ward dem-nach wider dasselbe geltend gemacht.

Das Urtheil des ersten Gerichtes fiel zu Gunsten derGrafen aus : das des zweiten lautete gegen sie und hieltsie zu Ausbezahlung des mütterlichen Vermächtnisses andie Schwester und deren Streitgenossen an. Diesem Ur-theil ward von Seiten der Kläger keine Folge geleistet.Man nahm daher vom Gute Litschna eine Gerichtschätzungauf, und händigte sie der Gräfin und Konsorten ein.Die Schätzung war weit entfernt. Letztere zu befriedigen.