geschwungen. Jene Zeit, so schimpflich und würdelos inmanchen Beziehungen und Bestrebungen, war darin derAchtung des Kultur-Historikers nicht unwerth, daß die Ei-gen thüm lich kei t und der Charakter der Einzelnenungewöhnlich sich geltend machen durften, und jederArt von Auszeichnung gewiß waren. Nie gekannte Kräfteentwickelten sich in ihr, und der Kaiscrhof zu Wien mitseinem starren, pedantischen Kriegsrathe, so gut als derHeldcnkönig des Nordens, mit seiner mannigfach ihn been-genden Reichsvcrfassung, endlich alle übrigen Monarchenund Fürsten, welche an den großen Weltbegebenheiten Theilnahmen, fühlten die Notwendigkeit, das Talent überall zubenutzen und zu ermuntern, wo sie es fanden. Der Geniusder Menschheit machte seine bessern Rechte gerade da am sieg-reichsten geltend, wo man sie am beharrlichsten verhöhnte.
Die Gräfin Albertine gebar dem zweiten Gatten nichtweniger, denn sieben Kinder. Davon starb Franz AdolfPaul unverehelicht. Anne Dorothee reichte ihre Handdem Herrn Ritschan; eine andere Tochter, deren Namenunbekannt, verehelichte sich mit dem Frciherrn von Ra-dezly; eine dritte, Katharina Sylvia, mit dem Frei-hcrrn von Hochfnrta; eine vierte mit dem Herrn WenzeSlavWilhelm Selasky. Eine fünfte, Maria Barbara, starblcdig. Der Kaiser hatte, auf Betrieb Albertinens oder ihrerFamilie, den zweiten Gemahl in den Barcnenstand er-hoben. Der Tod raubte ihr auch diesen, nach einer Anzahlglücklich verlebter Jahre.
Der Reiz des Lebens war jedoch in der Wittwe nochso mächtig, obgleich vielleicht bei ihr selbst die Reize sehrabgenommen, daß sie ein drittes Bündniß mit einem an-dern Frciherrn von Nitschan einging. (')
F. H. Nr». 695. >»»