entbehrt zu haben scheint, — verlebte sie eine Reihe vonwechselvollcn Tagen. Sic sah zuletzt dem Wappen desHauses das Brandmal der Empörung anfgcdrückt undviel des stillen Kummers mußte ihr Herz erdulden, alsdas große Trauerspiel, in Folge Spanisch-ItalienischerKünste, endlich ausgespielt war. (')
Aus der Verbindung mit ihrem ermordeten Gemahlbl ieben blos zwei Töchter zurück : Viktorine und Maxi-miliane. Die tiefe Verlassenheit, darin sich die gebeugteWittwe befand, und das Bedürfniß eines schützenden Ar-mes in jener stürmischen bcdrängnißvollcn Zeit entschul-digen leicht den Schritt einer zweiten Ehe, welche sie nochin demselben Jahre einging. Sie hatte dabei weniger dieRücksichten der Geburt und des Ranges zu Rathc gezo-gen, als die Gefühle des Herzens, deren Macht weder Hohenoch Niedere sich entwinden. Darum reichte sie ihre Handunbedenklich einem tapfern Krieger, dem Obristen vonBrianmont, (') Sohn eines französischen Kaufmanns,welcher durch mancherlei persönliche Verdienste sich empor
t') Noch ehe Fr. Förster sein interessantes Werk über Wollenstemherausgegeben, ja schon vor der höheren Orts bewilligtenBekanntmachung der Briefe durch Schels (in der Öster-reichischen Militair-Zeitschrift) , ist die öffentliche Mei-nung in Teutschland gegen das Andenken des Herzogs vonFriedland milder, und der moralischen Überzeugung gewe-sen , daß irgend ein großes Bubenstück, im Schooße derNacht ausgesponnen, jene Katastrophe herbeigeführt, undWallensteins Leidenschaften entweder benutzt und vorwärtsgetrieben, oder den Zweck seiner Schritte unnatürlich ent-stellt habe. Der Dichter hat nicht minder bei Schiller dasvom Historiker verübte Unrecht wiederum gut gemacht.
(') F. H--A. Nro. KS5. Über Zllo'S Ausgang verzl. Kheveil-hüller. — Mieatruin Lurvxssuiu. Schiller. Förster.