Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
187
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hinderten ihn daran. Er vertheidigte sich in einem Schrei-ben an den Kaiser mit Gründlichkeit, Würde und ohneirgend eine Bitterkeit gegen die Anschuldigungen seinerSippen. Der Hofsuchte den schlimmen Handel nach Kräf-ten zu schlichten, aber es währte längere Zeit, bis eineVersöhnung Statt gefunden. (')

Vratislaus war es, der der Familie des Erblichenen dieerste Nachricht, durch das Organ einiger getreuen Vögtein den Herrschaften, jedoch nur allmählig und vorberei-tend gegeben hatte. Den Söhnen ward auch zuvörderstnur der einfache Hülscheid des Vaters beigebracht und so-dann auf Wege und Mittel gesonnen, um mit der Artdesselben sie also vertraut zu machen, daß die jugend-lichen Gcmüther weder allzu stark augegriffen, noch mitunzeitigen Gefühlen von Rache gegen deu Urheber erfülltwürden. Ganz die Tragödie zu verheimlichen hielt manfür gleich unpassend, indem die jungen Herren, wennsie einst zu ihren Tagen gekommen, die nähern Umständedoch einst erfahren, und nur noch schlimmere Übel daraushervorgehen dürften. Inzwischen sorgte man für Abho-lung und Bestattung der Leiche, welche so lange in derSt. Annenkapelle zu Linz bewahret worden; der Seeligehatte kurz vor seinem Ende den Wunsch geäußert, daß die-selbe zu Einsiedleu beigesetzt werden möchte, was denn in

(') Die über diese Tragödie im Fürstcnberger Haupt-Archiv vor-handenen Aktenstücke sind : Relation der Kommissorienan den Kaiser, in Folge des angestellten Zeugenverhörs,ohne Datum; — Schreiben Wolf von Lossnstein'S an Vra-tislaus, -l. cl. 7 Zänner 1614; — Vratislav's Antwort vomNämlichen Tage; — Schreiben Graf Wilhelms an den Kai-ser, ohne Datum. Letzteres und die Bussagen der Zeugenstimmen auf das genauste mit einander in allen Einzelnheiteuüberein.