— 178 --
chcr Frische aufgeblüht. Der Ruhm uud das Glück gehennicht immer Arm iu Arm uud uur auf de» Ruiueu descincu täuschet oft der gleich vergängliche Schimmer desandern die armen Sterblichen. Gleichwohl hatte Albrechtsich selber im fröhlichen Gewühl eines bunten Hof- undResidenz-Lebens niemals verloren. Ein tiefes religiöses Ge-fühl verließ ihn nie; in ihm fand er den Trost, welchendie Großen der Welt, nach allen Genüssen des Dascyns,erfaßt von unwiderstehlichem Ekel übersieh selbst, ihre Um-gebungen und die wechselvollcn Erscheinungen vor ihrembenebelten Blicke, oft vergeblich suchen. Eine zärtliche Liebezu seiner Mutter, welche, selbst an Erfahrungen dieser Artreich, im Hciligthumc des alten Familienkreises sich wie-der gefunden hatte, blieb sichere Bürgschaft dieses Gefühls.Die Welt hatte lang beide von einander getrennt. Als inBarbara die Leidenschaft, in Albrccht der Ehrgeiz geschwie-gen, fand ein rührendes Wiedersehen Statt. Mutter uudSohn umfaßten sich auf das herzlichste wieder. Diese Ge-sinnungen, welche er selbst gctheilt, suchte er auch seineneigenen Kindern gegen die treue Gefährtin seines Lebenseinzuflößen.
Elisa von Bernstein hatte ihm während der glücklichenDauer ihrer Ehe dreizehn blühende Sprossen geboren:Maria, Christoph, Johanna, Vratislaus, Em-manuel, Anna Maria, Polyrena, Barbara,Euscbic, Franziska, Mari miliane, Wenzes lausund eine Posthuma, Ludmillc. An diese richtete er inseinem zu Prag den 13. Hcrbstmouat (1599) verfaßtenLetztwillen rührende Ermahnungen zu kindlicher Gottes-furcht und sorglicher Treue gegen die Mutter. Um allenStoff zu widerlichen Erbstreitigkeiten zu tilgen, welche diefeinsten Fasern des Gefühls im Innern mehr als einerFamilie, hoher wie niederer Abkunft, nur zu oft ertödten,