Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

— 176 —

mit seinen Verwandten geführt, drückt seine jeweiligen

Gefühle aus.

Nach Beendigung dieser Reise kam er nach Wien an denHof Kaiser Maximilians II. Es war ein großer Verlustfür Albrecht, daß noch in demselben Jahre (1576) jenermit Tod abging, ein Monarch von den trefflichsten Ge-müths- und Gcistesgabcn und durch eigenen Aufschwungund selbstständige Kraft weit über den Begriffen und die Be-strebungen seiner Zeit. Inzwischen hatte Fürstcnberg schonmehrere Gunstbezeugungcn von ihm genossen; er trat gerndarum auch in die Dienste seines Nachfolgers, Rudolfs II.Von diesem ward er zum Kaiserlichen Rath, Kämmererund Obriststallmeistcr ernannt. (')

In den neuen Verhältnissen, während des Aufenthaltszu Prag, wo der Kaiser fortan sein Hoflager aufschlug,lernte, er ein schönes Böhmisches Fräulein kennen, zn demsein Herz in Liebe sich entzündete. Es war dies Elisa-beth von Bernstein, Tochter Vratislav's, Herrn aufJocratschaw, Prostnicz und Leutomischel, des goldenenVließes Ritter, geheimer Rath Seiner Majestät, und desKönigreiches Böhmen Obristcr Kanzler; zu jener Zeit einwichtiger, in Staatsgeschäften viel gebrauchter Mann. (')Er warb um sie und erhielt ihre Hand, und mit ihr einreiches Heirathsgut; 6,669 Gulden gab ihr der Vater,4,999 die Mutter, Marie Manriquc de Lara; zudem eineMenge kostbarer Kleinodien; die Kaiserin selbst, welche demFräulein immer sehr wohl gewollt, fügte ein Geschenk von15,999 Gulden und einem freien, eigenen Paraphernalebei. Der Graf widerlegte in gleichem Verhältniß und ver-

(') 674

(') 2n Khevenhüller's Annale» findet sich Manches über seineWirksamkeit.

d