Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
174
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in den Schulen jener Gesellschaft, deren Ruhm und Ge-lehrsamkeit und deren Verbrechen und Verirrungen alleTheile der Welt einst erfüllt, und deren Andenken ebenso großen Haß, als Bewunderung hervorgerufen. Dolewar damals eine der gefeierter» ihrer Lehranstalten. Nach-dem der Jüngling jedoch mit Schulweisheit hinlänglichgetränkt worden, hatte er das Glück, in eine bessereSchule zu gehen, nemlich die Sitten und Gebräuche, Vor-züge und Leidenschaften der Menschen auch in einem an-dern Lande kennen zu lernen, auf Reisen, die er in Be-gleitung seines Hofmeisters, Gabriel Hilf, unternahm.Er sah das hochherrliche Venedig, an den Folgen unver-hältnißmäßigcr Größe Und einer schrankenlosen, stolzen,überreichen Aristokratie leidend; sodann das auch in sei-nen Ruinen prachtvolle Rom, mit seinen antiken Denk-malen und neuen kolossalen Bauten, mit seinen lebenvol-len Gräbern und seinem abgestorbenen Volksleben, mitallen kühnen Ideen entschwundener Zeit von Beherrschungder Welt, auf kirchliche Verhaltnisse übergetragen, undmit allen zerstörenden Leidenschaften, welche die Menschen-brust je nur durchwühlt; er sah ferner das glänzende ElendNeapels; die wunderlieblichste Natur durch verkehrte Staats-verwaltung in ein großes Panorama von Armuth verwan-delt; die Lazzaroni auf dem Grabe Virgils und die Ban-diten in den Grotten von Sorrento; auf den Stellen, woder jüngere Plinius, König Robert, Petrarka und Tassogewandelt, das Streitroß des fanatischen Spaniers undden Esel des bigotten und räuberischen Calabresen dahertraben. Diese und viele andere Städte Italiens, bald durchKrieg und Aufruhr in Verwirrung gesetzt, bald durch that-losen Frieden im innern Leben stech, erschlossen sich mitihren Mitwürdigkeiten seinen staunenden Blicken und mehr-ten seine Menschenkenntnis Der Briefwechsel, welchen er