gegenüber, die ihm nicht zusagten, gewann und verlorer abwechselnd die Herzen der Menschen. An große Ver-hältnisse mit Fürsten und Feldherren, Staatsmännern undGelehrten ersten Ranges gewöhnt, konnte er sich in'sKleinliche und Gewöhnliche des gesellschaftlichen Lebensnicht finden, und wurde nicht selten darüber mißkannt.An der Diplomatik im eigentlichen Sinne trug er nichtdas mindeste Behagen, wiewohl er ihre Sprache gut hand-habte, und ihre Manieren, selbst bis zur Verschmitztheit,wenn es scyn mußte, nachzuahmen verstand. Die vielfachenVeränderungen seiner Lebenslage und der Wechsel derHerren, welchen er diente, hat den Vorwurf der Unbe-ständigkeit ans ihn gebracht, und etwas zweideutig erscheintuns sein Charakter allerdings in den französischen Ver-hältnissen und in jenen mit Hessen, Würtcmberg und demSchmalkaldischcn Bunde. Übrigens zeigte sich seine poli-tische Moral nicht schlimmer, als die des Chnrfürstcn Mo-ritz, Philipps von Hessen und mancher andern Feldherr«jener Zeit, welche die Periode des Übergangs von deralten tcutschcn zur modernen Art, und somit vielfach un-lauter, war.
Er war Kriegsmann im vollen Sinne des Wortes, mitallen Tugenden und Gebrechen dieses Standes. (') Die
t') Alle Zeugnisse stimmen in einem nicht gewöhnlichen Lobe hierübcrein. Auch die Zimmern'sche Chronik, welche von seinenTrefflichkeiten und Schwächen ein getreues Verzeichniß liefert,sagt von dem »wunderbarlichen und verrümpten Grafen" :"Er hat einen wunderbarlichen Sinn zu Kriegshandlungen ge-habt, und ein sonders Ufmerken zu allem, so zu dem Kriegdienstlich seyu mvcht." Und an einem andern Orte : "Wir ha-ben in viel Jahren in deutscher Nation keinen martialischer«Menschen, und der alle Eigenschaften eines Kriegsmanns anihme gehabt, die zu loben seyn, gleichwie er; gleichwohl er