Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
121
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Die Sache verzog sich bis in den Sommer und täglichmehrte sich für Fürstenberg die Gefahr. Der Kaiser hatteüber das wälschc Gesinde Wilhelms großes Mißtrauen ge-äußert; nicht weniger über das Schicksal der Ortenan,gegen welche man fortwahrend eine französische Intriguethätig glaubte. Einige unvorsichtige Reden des Grafenüber den Kaiser und das Interim hatten dem Verdachteneue Nahrung gegeben. Friedrich klagte vertrautern Freun-den bitterlich, wie sehr überall der Argwohn lauere, allesder Mißdeutung fähig und die Ungnade höbern Orts heutzu Tage so leicht scy. Dieser Umstand wehre lhm dermalalle Wege, so gern er auch das Beste in der Sache thunmöchte. Ja er bangte sogar für das Schicksal des HausesFürstenberg. Sehr wichtig war ihm vor allem der Wieder-bcsitz des Lehcnbricfcs über das Kinziuger Thal. Er hatteihn einst zu Worms seinem Bruder für einen gemeinschaftli-chen Zweck anvertraut, und nun wußte er nicht mehr,ob Wilhelm, ob der Pfalzgraf, damals kaiserlicher Kom-missair, ihn zuletzt behalten. In den gegenwärtigen Um-ständen hicng äußerst viel von dieser Urkunde ab. »Eshat» — schrieb er an Jost Münch — »Fürstcnberg einBad übergcthan; Gott wolle, daß es nicht für sich gehe,denn ich werde vielfältig gewarnt. Hicmit steht's im altenRecht.« (') Friedrich begnügte sich nicht damit, durch Sip-pen und Freunde seinen Bruder zur äußersten Vorsichtund schleunigen Unterwerfung unter die Gewalt der Um-stände zu stimmen, sondern er beschwor ihn selbst hiezu inso freund-brüderlichen, als nachdrücklich-ernsten Schreiben.

ct. ä. 2Z. Januar 1548; 2. ebendesselben an die 13 geheimenRäthe der Stadt Straßburg. Von demselben Datum.O Schrb. Fried, v. Zürstenberg an Jost Münch, cl. ct. 15. Fbr.1543. >.F. H.-A.)