Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
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Besonders handelte es sich um die Sicherheit von Orten-berg, für welche Wilhelm noch immer nicht hinreichendeBürgschaft geleistet hatte. Eines dieser Schreiben, durchInhalt und Ton charakteristisch und anziehend, so wiezugleich treues Gemälde der Lage der Dinge in dieser Zeitund der Gesinnungen Friedrichs, in Hinsicht auf das allge-meine Familicninteresse von großer Wichtigkeit, lautete also:

»Wvhlgeborner, freundlicher, lieber Bruder!

»Euch scycn meine willigen Dienste zuvor! Auf die ge-strige Werbung, so Jost Münch, laut meines gegebenenUnterrichts, von wegen Bewahrung des Hauses Orten-berg, an Euch gcthan, Hab' ich zur Wiederantwort vonihm verstanden, daß Ihr kaiserlicher Majestät Schreibenerwarten wollt. Nun Hab' ich Euch aber bicvor schon zuverstehen gegeben, was Gefahr und Verderben für Stammund Namen Fürftcnbcrg darauf steht, und daß sich ausbeider Regenten (') Schreiben keines andern zu versehenist, denn daß sie ihre Befehle durch.etzen und langer nichtverziehen werden. Derohalbcu dringt mich hohe, unver-meidliche Nothdurst, entweder das Haus in Verwahrungzu nehmen, oder Eurer und Eurer Sache miteinander michzu entschlagen, der k. k. Majestät solches anzuzeigen undfür meine Person mich zu entschuldigen. Denn sollte derKaiser in Erfahrung bringen, daß Ihr das Haus nochinne habt, so würden Rcchtserbietcn nichts erschießen, son-dern jener würde geradezu Eure Verwirrung zur Hand neh-men, und nicht allein die Pfandschaft, sondern auch dasKinzingcr Thal einziehen. Dazu würde mir auch der Han-del selbst, nämlich daß ich die Sache bisher vertreten, undkaiserliche Majestät Auftrag anders nicht, als ich that,vollzogen habe, nicht allein die höchste Ungnade und deit

Karls und Ferdinands!«