Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
119
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— IIS —

jedoch immerhin thätkg genug, um des Kaisers Unwillenin hohem Grade zu erregen. f) Dieser Unwille verwan-delte sich nach und nach in förmliche Ungnade, welche nichtnur Leib und Gut Graf Wilhelms, sondern selbst denschuldlosen Bruder Friedrich zu erfasseil drohte. Warnun-gen von besorgten Freunden bereiteten auf ernste Dingevor, und es galt somit, um jeden Preis das aufgeregteGcmü h des Kaisers zu versöhnen, welcher durch den gluck-lichen Ausgang des Schmalkaldischen Bundes ohnehin sie-gestrunkener, hochfahrender und strenger, als je, gewor-den war und keine Schranke, weder seiner Macht noch derMäßig ng, mehr kannte. Friedrich, milden politischen Ver-hältnissen und des Kaisers Denkungswcise, so wie mit demreizbaren Wesen seines Bruders genau bekannt, fürchtetealles und sendete daher den biedern Jost Münch an Wil-helm ab, um ibn zur Besonnenheit und Vorsicht zu be-stimmen. Derselbe vollzog auch seinen Auftrag auf dasGenaueste, zeigte dem Grafen klar den Stand der Dinge,und fand ihn und seine Gesinnung des Namens und Stam-mes der Fürstenberger würdig. Wilhelm erklärte : wennsein Bruder Friedrich, wie es ihn sein festes Vertrauenund der Inhalt des übermachten Briefes boffcn lasse,ihm getreu bleibe, so sollten sowohl er, als dessen Kinderdcß genießen. Er ersuchte demnach jenen, sein Fürsprecherbeim Kaiser werden zu wollen und die Ungnade von ihm

Tage lang im Lager der Sämialkalder gewesen, mehr als Zu-schauer, denn als Kämpfer.

(') Sattler (Itt.) schlägt mit Recht den Verlust eines so berühm-ten Kriegers für den Bund fear hoch an und thcitt die Summt,welche schon Herzog Ulrich in Betreff dieser Sache gehegt. Eine sotrotzige Seele, wie Wilhelm, an der Spitze jener kriegerischenAnstrengungen wider den Kaiser, hätte vielleicht dem Ganzeneine andere Wendung gegeben.