Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
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die Verschmutzung des besonnenen Rathes Sebastian Schert«linS eine so schlechte Wendung, allen Erwartungen ent-gegen, genommen hat. Höchst wahrscheinlich traten die altenIrrungen mit dem Landgraf von Hessen, welche schon imApril des Jahres 1539 auf der Versammlung zu Arnstadtdie Unterhandlungen Wilhelms mit dem Bunde gestört,hindernd zwischen die gewünschte Annäherung, für dieder Herzog Ulrich rastlos gearbeitet hatte. Diesmal wares vielleicht der Zwist mit dessen Sohne Christoph, derebenfalls kein inniges Vcrhaltniß zu Stande kommen ließ,oder wenigstens so viel bewirkte, daß dem Grafen keinBefehlsstab ersten Rangs über die evangelischen Hcerhau-fen angeboten wurde. Schon in Italien kamen, allerWahrscheinlichkeit nach, Prinz Christoph, damals mit sei-nem Vater entzweit, und Graf Wilhelm in allerlei un-sanfte Berührungen mit einander, zumal da Letzterer, imInteresse seines Freundes, des Herzogs, den flüchtigenSohn vielleicht hie und da an höhere Pflichten gemahnthaben mochte; später setzten sich auch in Frankreich undTeutschland die Verdrießlichkeiten fort. Jeder bezüchtigteden Andern, daß er ihm seine besten Leute verführe. DerDiener des Grafen mißbrauchte häufig den Namen desPrinzen, und gebehrdete sich als Geschäftsträger dessel-ben. Hieraus entstanden mannigfache Mißverständnisse undVerlegenheiten. Christoph erhob bei dem Herzog von Lo-thringen bittere Klage über Wilhelms Benehmen; dessenDiener aber, über eine neuerliche Handlung vorgefordcrt,erklärte, der Prinz habe ihm mit dem Strange gedroht.Solches erregte den heftigsten Zorn des Grafen, so zwar,daß er von Paris aus an Christoph schrieb : «Es würdeam ehrlichsten seyn, wenn der Prinz an den Hof kämeund den König um Erlanbniß zu einem Zweikampf bäte.»Christoph antwortete stolz und höhnisch, erklärte aber,