über die Ausbildung des Lehrbegriffes und die Organisa-tion der Kirche vielfache Mißverständnisse und IrrungenStattfanden, versammelten sich die Pfarrer der gesumm-ten Herrschaft zu einem Kapitel in Haslach. Den Bedürf-nissen, wie den Gebrechen aller einzelnen Kirchen, im Kin-zinger Thale wie in der Ortenau, sollten sie nachspüren,— also hatte der Graf ihnen selbst befohlen. Unter dieMaßregeln, welche hier für nöthig gchalten-wurdcn, ge-hörten besonders nachstehende : 1. von Zeit zu Zeit solleeine Untersuchung sämmtlichcr Kirchen durch vi-. Sturm,oder einen andern Bevollmächtigten des Grafen vorgenom-men und die eingeschlichenen Unordnungen verangezeigtwerden; () 2. den Entwurf einer christlichen Ordnung,von der Hand des Grafen selbst, hielt man für eben sonützlich, als nothwendig; die Versammlung erklärte sichjedoch zu Abfassung desselben unfähig; 3. mehrere Pfarr-kirchen, welche ihrer Diener entblöst, und durch die dasVolk trostlos und verwildert geworden, sollen zu Ehrengezogen und neuerdings mit Seelsorgern versehen werden;4. viele Prädikantcn leiden Mangel an persönlichem Un-terhalt und Besoldung; dies ist gleich unwürdig, als un-gerecht, wenn man von ihnen redliche und anständigeDienste fodert; 5. der Graf soll auf die abermalige Er-scheinung der Wiedertäufer aufmerksam gemacht und zuBekämpfung ihres Unwesens bestimmt werden; (°) da mancheKirchen der Prediger noch entbehren, so wird es dem Be-trüge leicht, Mißbrauch mit dem Sakramente und mit den
(') Es ist davon die Rede: »wie gar unzüchtig es hie und da zu-gehe und den Kirchen Schimpf. Spott und Ungehorsam zuge-fügt werde,"
(°) So unduldsam benahmen sich Leute, die für ihr eigenes Oa-seyn noch immer zu kämpfe» hatten.
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