Siebentes Kapitel.
Die Reformatio» im Kinzinger Thal und ihr Aus-gang.— Wilhelms Theilnahme am Schmalkaldi-schen Bunde. — Große Gefahr des Hauses Für-stenberg wegen des Grafen Wilhelm.
Wilhelm hatte zwar, wie obbemerkt, gleich im Beginnder großen Religionswirrcn, für die Sache der Reforma-tion besondere Neigung gefaßt und seine Abneigung gegenPabst und Priesterthum bei mchrern Anlässen kund gegeben;eben so waren seine Verbindungen mit Sturm und Hedionkein Geheimniß geblieben; doch scheint er der Glaubcns-umwälzung erst spater freien Lauf in dem Gebiete seinerHerrschaft gelassen zu haben. Über die nähern Umständefehlen uns die Nachrichten; doch wissen wir bestimmt, daßer im Jahre 1537 förmlich zur augsburgischen Konfessionsich bekannt hat; erst mit dem Jahre 1541 zeigt sich ur-kundliche Spur. (')
Das Kinzingerthal huldigte bereits völlig der lutheri-schen Lehre; doch fanden auch die damals von beiden Par-teien gleich sehr gehaßten Wiedertäufer in einzelnen Ge-genden großen Anhang. Als unter den Neugläubigen selbst
l.') Mosheim, Geschichte der Kircheilverbesseruiiz. Leipz. 1773.S. 169. A. x.