Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
111
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einer kurzen Wiederauszählung der geforderten Dinge,abermals zwei neue Rubriken enthielt, nämlich: KaiserlicheMajestät möge den Uuterthanen der Ottenau befehlen, ihmeine ziemliche Anlage zu geben; ferner: dieselbe möge ihm,zu Vergütung seines großen Schadens, eine jährliche Pen-sion oder Leibrente verleihen. (')

Es scheint nicht, daß Karl ans diese, wenigstens insp-fcrn es ihre Gleichzeitigkeit betrifft, originelle, Begehren,oder auch nur ans die bedeutendcrn eingegangen sey. Die-ser Umstand und die Undankbarkeit für so viele schwereOpfer, die er und sein Bruder doch dem Interesse desKaisers gebracht, stimmten seine Neigung für denselbensehr herunter. Auch erkannte er mit jedem Tage mehr, daßdie Politik Karls V. nicht so fast mit der Wohlfahrt derteutschen Nation, als mit dem Privatvortheil des HausesÖsterreich sich befasse. Er überließ sich demnach ganz denEmpfindungen seines Herzens und folgte von nun an ganzder innern Überzeugung, die er früher schon von der Not-wendigkeit und Heiligkeit der Glaubensverbessernng gehegthatte.

Ehe wir jedoch auf die diplomatisch-kriegerische Wirk-samkeit des Grafen für die Interessen des Schmalkalder-Bundes zureden kommen, wird es zweckgemäß scyn, diekirchlichen Veränderungen nachzuholen und zu beleuchten,welche er in seinen Herrschaften des Kinzingerthalcs schonfrüher unternommen.

(') Zm Fürsienberzer Haupt-Archive.