feiner Freiheit und bat ihn, den Prinzen von Roch-sur-Don, dessen Auslieferung als erste Bedingung gefordertworden war, zu entlassen, jedoch nicht früher, als er selbstgcledigt worden. Zugleich stellte er dem Kaiser alle dieGefahren zu Gemüthe, welchen seine Gesundheit bei län-gerer Haft ausgesetzt scy, (') Das Podagra, welchesKarln um jene Zeit (zu Anfang des Januars 1545) soheftig quälte, hatte sei» Erscheinen in Worms verzögertund somit auch die Bereinigung der Angelegenheit Wil-helms. Sein Bruder fuhr mittlerweile fort, wie oben be-merkt worden ist, beim Kaiser dringendst um seine Mit-hülfe zu werben. (') Nachdem die nöthigen Summen undVerschreibungen zusammengebracht waren, ging endlichnun die ersehnte Befreiung vor sich. Der erste Schritt Wil-helms war, nach dem Hofe des Kaisers zu reiten, welcherdamals gerade zu Brüssel sich aufhielt. Der Kaiser empfingihn sehr gnädig und hörte, scheinbar mit Theilnahme, dieausführliche Schilderung erlittener Unfälle aus dem Mundedes Grafen. Als er aber auf die Ranzion zu sprechen kamund den Kaiser ersuchte, auf irgend eine Weise ihn zu ent-schädigen, indem solches alles in seinen Diensten geschehen,verfinsterte sich Karls Gesiebt und er sprach : »Der Unfallsey ihm nicht wenig leid, er habe dessen auch gute Ursache,denn durch des Grafen Verwegenheit und durch den Um-stand, daß er ohne Roth und Auftrag in so große Gefahr
(') Schrb. Wilhelms an König Karl V-, 6. N, '.'S. Dezember 1545.Die teutiche Kopie ist im F. H.-A., das Original aber warfranzösisch.
(') Schrb. Fried, von Fürstenberg's an H. von Heidegg und JostMünch, N. N. 15. Januar 1545. --Und besorg-- — heißt esunter andern, darin — --daß ich Ihre K. Majestät ehe zu viel
xlaz, als zu wenig.--