Trotz des Peinlichen seiner Lage, war Wilhelm dennochanfänglich nicht entschlossen, die ungeheure Lösesumme znbezahlen, und er gedachte, auf irgend einem andern Wegseine Freiheit zu erwirken; allein bald sah er die Unmög-lichkeit davon ein. Der König zürnte ihm allzu sehr wegenseines Abfalles zur kaiserischen Sache; er hatte seinen Werthnur all zu gut persönlich kennen gelernt, als daß er sichbeeilt hatte, dem Kaiser einen der gefürchtetsten Generaleso leichten Kaufs zurückzugeben. Überdies hatte Graf Wil-helm, durch seinen Stolz und seinen Hang zur Satyre,nicht nur den König selbst, sondern beinahe alle Großenam Hofe beleidigt. Als der unversöhnlichste Feind aberzeigte sich, selbst durch das Unglück nicht erweicht, derKonnctable von Montmorcncy, mit dem er häufig in Zwistnnd Widerspruch gerathcn war. Man überließ ihn daherfranzösischer Seits geflissentlich der Habsucht seiner Über-windcr, Leuten von gcmein-kricgskncchtischcm Sinne unduntergeordneten Verhältnissen. Nur der Herzog von Or-leans schien einige Thcilnahmc an seinem Schicksale be-währt zu haben, wie aus leisen Andeutungen zu entnehmenist; doch drang er damit nicht zu wcrkthätigcr Hülfe durch.Die Widersacher am Hofe Karls V. unterstützten ihre Ge-nossen zu Paris redlich von Teutschland aus, und nur dereinzige Granvclla blieb gewissermaßen des Grafen Fürspre-cher. Vielleicht aber, daß er des Kaisers eigene Gesinnungin dieser Sache zu gut kannte, als daß er sich veranlaßtsehen konnte, etwas für jenen zu wagen. Es gingen auchdamals manche Dinge vornüber die selbst Graf Friedrichnur leise Klagen sich erlaubte, wie er selbst in Briefen anvertraute Freunde, die Durchsichtigkeit des Papiers und die
Herren von Heidegg und Jost Münch an denselben, N> 6. 9.Januar 1S45.