Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
93
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im Geheimen nicht wenig. Sie fürchteten seine Wieder»erschcinung beim Heere, und gedachten, den trotzigen Mannbei diesem Anlaß, wenn auch nichtgauztich zu verderben, dochwenigstens so lange als möglich im Hintergründe zurückzu halten. (') Um nun einerseits das Loos des Gefange-nen nicht zu verschlimmern, anderseits diesen selbst nichtabgeneigt zu machen, seine Freiheit gegen allznhohen Preisanzunehmen, mußte Graf Friedrich, den auch die Freundesehr darum baten, die größte Vorsteht bei jedem ferner»Schritte anwenden. Dies war um so nothwendigcr, daman über die politischen Verhältnisse zwischen Kaiser undKönig, und über den eigentlichen Inhalt des zwischen ih-nen abgeschlossenen Vertrages im Ungewissen schwebte, undzu allem Unglück gerade damals keinen Kundschafter inFrankreich hatte, um mit dem Gefangeneu eine sichereVerbindung unterhalten zu können.

Friedrich warf sich daher ganz dem Grafen von Salm undHrn. Jakob Vehaim in die Arme, welche beide mit Lothrin-gern und Franzosen vielfach in Verbindung standen. Durchdie Vermittlung des Letztern zumal hoffte er eine vertrautePerson zu Wilhelm zu bringen, um zu erforschen, wasseines Herzens Gesinnung und in wie fern ihm selbst anseiner Lcdigung gelegen sey. Denn ohne diese, seines Bru-ders Einstimmung, sollte weder durch ihn, noch Andere,ein Schritt gethan werden. Und so beschränkte er sich inseiner Ansicht von dem, was nun versucht werden müsse,vorerst auf eine Unterredung mit Behaim, und auf dieWerbung bei der Ritterschaft in der Wetterau und amRheiustrom, zum BeHufe gemeinschaftlicher Verwendungbei dem Kaiser. Für sich selbst übernahm er es, die Grafen

(') Schreiben Graf Friedrichs an Hans v. Heidezg und JostMünch v. Rosenb., ü. a. hl. Tag 1S44.