Da gerade um dieselbe Zeit an einem Frieden zwischenKarl V. und Franz I- rastlos gearbeitet wurde, so gewanndas Gerücht vom endlichen Abschluß, so wie von der be-reits geschehenen Befreiung Graf Wilhelms, großen Glau-ben; (') nicht minder die Nachricht von einem glänzendenSiege, welchen der Kaiser über König Franz erfochten.Ja es verbreitete sich bei den Schweizern und im Ge-biete von Fürstenberg selbst die allgemeine Sage, daß derGraf bereits seiner Baude ledig geworden sey. (I
Obgleich nun Friedrich dieser frohen Hoffnung nochnicht unbedingt sich überließ, so glaubte er doch auf denschlimmsten Fall, daß seine, am Hofe und im Lager desKaisers befindlichen Freunde die Lösung Wilhelms erwir-ken könnten.
Leider sah er in dieser Hoffnung sich getäuscht, als HansMarquard von Königsegg neuere Nachrichten von seinemDruder ihm mitthcilte, und zugleich über des Kaisers Ge-sinnung, hinsichtlich der gewünschten Beitrage zur Ranzion,ihn außer allen Zweifel setzte. Zwar hatte Karl den Gra-fen von Cilly mehrmals nach Frankreich geschickt, um dieFreiheit des Grafen zu erwirken; allein als von der Un-geheuern Summe von 3si,9W, und anfänglich sogar vonWMsi Sonnenkronen die Rede war, zeigte er ferner keineLust mehr, unmittelbar mit der Sache sich zu befassen.Die vielen Feinde Wilhelms wirkten, wie wir aus des,übrigens sehr behutsamen Friedrichs Schreiben ersehen.
kl- ö. Straßburg 45. Sept. 4544; Jost Münchs und Job. v.Heidezgs, ct. <l. 47. Sept. e. a.; ebendesselben an Heidegz,cl- ä. Dienst, nach St. Michael e. s.
(') Schreiben Graf Friedrichs an Z. Münch, ä. ä. 4. Okt. 4544.(') Schreiben ebendesselben an Dietrich Zther, 4. -4. Heiligenberg2. Okt. 4544.